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Beziehungen zu Deutschland

08.12.2017 - Artikel

Stand: März 2018

Politik

Die politischen Beziehungen zwischen Ecuador und Deutschland haben eine lange Tradition. Wichtigste Themen in den Beziehungen sind Handel und Investitionen, Entwicklungszusammenarbeit, Umweltpolitik und Duale Ausbildung.
Im Juni 2015 trafen sich Staatspräsident Rafael Correa und Bundeskanzlerin Angela Merkel am Rande des EU-CELAC-Gipfels in Brüssel.   Auf parlamentarischer Ebene konstituierte sich nach den Wahlen im Frühjahr 2017  eine neue ecuadorianisch-deutsche Freundschaftsgruppe unter Leitung des Abgeordneten und Vizepräsidenten des Parlaments (Asamblea Nacional), Carlos Bergmann vom Regierungsbündnis "Alianza País"; der Gruppe gehören auch Abgeordnete der Opposition an. Die frühere Freundschaftsgruppe traf im Oktober 2014 in Quito mit einer Delegation der Deutsch-Südamerikanischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag zusammen; ein Gegenbesuch fand im  November 2015 statt
Mit dem erfolgreichen Besuch der Vorsitzenden des Umweltausschusses des Deutschen Bundestags, Bärbel Höhn, in Ecuador im September 2017 wurden die Voraussetzungen für die Fortsetzung der vorübergehend unterbrochenen Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Ecuador geschaffen.
Von den deutschen politischen Stiftungen sind aktuell die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung und die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Ecuador vertreten.

Wirtschaft

In der EU ist Deutschland einer der wichtigsten Handelspartner Ecuadors und wichtigster Exporteur nach Ecuador.  Deutsche Exporte nach Ecuador betrugen im Jahr 2016 nach Daten der ecuadorianischen Zentralbank 382,3 Millionen USD, Einfuhren aus Ecuador 530,7 Millionen USD. Damit gingen 2016 3,16% der ecuadorianischen Exporte nach Deutschland .
Deutschland exportiert nach Ecuador vor allem Maschinen, pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Geräte, während aus Ecuador vorzugsweise Südfrüchte (über 50% der importierten Produkte) sowie Fisch, Meeresfrüchte, Kaffee und Kakao nach Deutschland importiert werden. Ecuador ist größter Bananenlieferant für Deutschland.
In Quito besteht seit 1977 eine Deutsch-Ecuadorianische Industrie- und Handelskammer mit einer Verbindungsstelle in Guayaquil. Ecuador unterhält ein Exportförderungsbüro (ProEcuador) sowie seit 1993 ein Generalkonsulat in Hamburg. Das 1996 abgeschlossene Investitionsförderungs- und -schutzabkommen wurde im Mai 2017 von ecuadorianischer Seite gekündigt; die neue ecuadorianische Regierung im März 2018 einen Entwurf für die Verhandlung eines Nachfolgeabkommens übermittelt. Das seit 1986 bestehende Doppelbesteuerungsabkommen wird zur Zeit neu verhandelt.
Ecuadorianische Unternehmen sind auf zahlreichen Messen in Deutschland vertreten (z.B. auf der Internationalen Tourismus-Börse ITB), doch ist die allgemeine, auch wirtschaftliche Präsenz des Landes begrenzt. Das am 1. Januar 2017 in Kraft getretene Handelsabkommen mit der EU hat auch den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen neue Impulse gegeben. 
Die ecuadorianische Regierung hat beschlossen, das duale Berufsausbildungssystem nach deutschem Vorbild in ganz Ecuador einzuführen und hierfür  40 Berufsschulzentren neu einzurichten. Es bestehen bereits Kooperationen mit verschiedenen deutschen und ecuadorianischen Firmen, die sich an der Ausbildung von Fachkräften beteiligen. 

Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland ist einer der größten bilateralen Geber der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) mit Ecuador. Die letzten bilateralen Regierungsverhandlungen über die EZ fanden im November 2017 in Quito statt. Durch den oben erwähnten Besuch der Vorsitzenden des Bundestagsumweltausschusses im September 2017 konnte die Kooperation weiter gestärkt werden. Die beiden Schwerpunkte der ecuadorianisch-deutschen Zusammenarbeit bilden die Themenfelder "Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen" sowie "Öffentliche Verwaltung/Wirtschaftsreformen“.
 Zu den geförderten Maßnahmen im „grünen“ Bereich gehört u.a. die Unterstützung beim Schutz und Monitoring der Waldbestände und beim Management der nationalen Schutzgebiete. Für die lokale Bevölkerung werden Anreize geschaffen, die Waldbestände wieder aufzuforsten und nachhaltig zu nutzen, etwa durch den Anbau von Kakao. 
Weiterhin fördert die deutsche Zusammenarbeit im zweiten Schwerpunkt u.a. ein Programm zur nachhaltigen Entwicklung von Mittelstädten, welches im Zuge der UN-Habitat III Konferenz in Quito entwickelt wurde.

Kultur und Bildung

Träger des kulturellen Austauschs zwischen Ecuador und Deutschland sind in erster Linie die Humboldt-Gesellschaft/Goethe-Zentrum in Quito, das Deutsch-Ecuadorianische Kulturzentrum in Guayaquil und die Deutschen Schulen in Quito, Guayaquil und Cuenca. Hinzu kommen seit 2008 zwei Partnerschulen (im Rahmen der PASCH-Initiative) im Großraum Quito. Der Deutsche Kulturverbund ("Red Cultural Alemana") führt die Aktivitäten aller deutschen Institutionen in Ecuador zusammen, die sich im Kulturbereich engagieren. Gemeinsam mit der Deutschen Botschaft bietet er ein vielfältiges Kulturprogramm an.
Die Zusammenarbeit im Hochschulbereich wird vor allem durch Forschungskurzstipendien, DAAD-Stipendien und Dozentenaustauschprogramme gefördert. Seit Jahren besteht ein DAAD-Lektorat an der Pontificia Universidad Católica del Ecuador in Quito (PUCE). Die Zahl der aktiven Hochschulpartnerschaften nimmt zu, ebenso der Studentenaustausch. Der Schwerpunkt der Kooperation liegt in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) führt in der Provinz Loja ein Bergregenwald-Forschungsprojekt durch. Das Projektgebiet wird seit 2013 auf Hochgebirgsregionen und auf die Provinz Azuay (Cuenca) ausgeweitet; zur Zeit sind drei ecuadorianische und acht deutsche Universitäten involviert.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


Weitere Informationen

Ecuador ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
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